7. Schweicher Fährturmlauf 2018

Jetzt habe ich endlich mal Zeit meinen etwas detaillierteren Bericht zu schreiben.

Als ich Morgens aufgewacht bin war mein erster Gedanke „Heute unter 30 Minuten!“ Das war mein erklärtes Ziel für den 5 km Lauf beim 7. Schweicher Fährturmlauf des Lauftreff Schweich.

Das Frühstück war, wie immer empfohlen wird, kohlenhydratreich und vor allem lecker. Zum Mittagessen gab es dann nix, weil ich das Essen nicht unbedingt bei der Belastung des Laufens wieder „ausladen“ wollte.

Pünktlich zur Öffnungszeit habe ich mir im Bürgerzentrum Schweich meine Startunterlagen abgeholt und durfte die Startnummer 3020 mein eigen nennen. Den Laufchip habe ich natürlich gleich an meinem Schuh befestigt.

Einer der coolsten Momente vor dem Laufen ist das Anlegen der Laufbekleidung. Irgendwie hat das was episches. Das Binden der Schuhe und das Anlegen des Funktionsshirts bringen das Adrenalin bereits vor dem eigentlichen Event zum Kochen.

Zusammen mit meiner Frau und den beiden Zwergen sind wir dann zum Schweicher Stadion aufgebrochen. Irgendwie war es fast zu einfach einen Parkplatz zu finden, das hatte ich anders erwartet.

Als wir ankamen waren gerade einige Kinderläufe gestartet. Vielleicht kann ich ja einen meiner Söhne in Zukunft dazu bringen an einem solchen Lauf teilzunehmen. Sah schon lustig aus.

15 Minuten vor Start des Laufs habe ich mich noch etwas warm gemacht.

Diesmal war ich so clever und habe meine technischen Geräte VOR dem Start eingestellt und die Aufzeichnung zum Start auch pünktlich aktiviert. Meine GoPro Session habe ich natürlich wieder in der Hand um während dem Sport einige Aufnahmen zu machen.

Dann kam der Startschuss und als ob man meine Playlist kennen würde, ertönte „Eye of the Tiger“ aus den Boxen des Stadions als Motivationsschub. Das Publikum feuerte die Laufmeute an und die Truppe verlies in verschiedenen Laufgeschwindigkeiten die Tartanbahn des Stadions in Richtung Mosel.

Bereits innerhalb des ersten Kilometers wurden die Lücken zwischen den Läufern größer und es bildeten sich mehrere kleine Grüppchen.

Beim Nikolauslauf im Dezember hatte ich ja den Fehler gemacht gleich zu Beginn des Laufs mit den anderen mithalten zu wollen und hatte mich auf den ersten beiden Kilometern ausgepowert. Dies sollte mir hier nicht mehr passieren daher startetet ich ziemlich am Ende der Schlange. Wie ich schnell erkennen musste, ist das aber auch nicht das Wahre. Dauernd muss man hinter langsameren 4er oder 5er Grüppchen ( natürlich nebeneinander und nicht hintereinander ) herlaufen die ein Überholen unmöglich machen. Auch musste ich öfter mal jüngere Läufer, deren Puste nicht mehr für den Rest der Strecke ausreichte, darauf hinweisen, wenn sie nicht mehr können doch die Bahn für nachfolgende Läufer freizumachen. Ich muss zugeben, diese Ignoranz gegenüber anderen Sportlern hat mich geärgert, weil es kein Einzelfall war.

Was mir gleich aufgefallen ist, die ersten Kilometer waren deutlich leichter zu bewältigen als noch im Dezember. Die tolle Strecke, das Wetter und die Motivation waren dafür sicherlich genauso ausschlaggebend wie das Training in den letzten Wochen.

Der Sprachcoach meiner Handyapp Runtastic verkündete nach jedem Kilometer meine Statistiken und bestätigte, dass ich mit einer Pace von 5,58 min/km genau im Zeitplan meines Vorhabens lag. Auch die durchschnittliche Herzfrequenz von 158 blieb konstant und bestätigte, dass ich meinen Laufrhythmus gefunden hatte und ich auf jeden Fall als Finisher ins Ziel kommen würde.

Zwischendurch habe ich versucht, vor mir laufende Teilnehmer zu überholen habe aber wohl auch zu oft gezögert das Gleiche öfter zu wiederholen.

Dann kam der letzte Kilometer. In meinen Gedanken habe ich mir schon ausgemalt die letzten 200m vor dem Ziel zu sprinten um die angepeilten 30 Minuten auch mit Sicherheit zu erreichen. Dann kam allerdings ein kleiner Energieeinbruch und das Laufen fiel mir etwas schwerer. Ich glaube es lag an dem Gedanken, dass noch eine kleine aber langgezogene Steigung vor mir lag. Auf jeden Fall war nach dieser Steigung ( es war wirklich nicht viel ) kein Sprint mehr möglich.

Vor dem Einlauf in das Stadion dann der nächste Ärger. Besucher und auch Läufer des nachfolgenden 10km Laufs blockierten die Laufstrecke weil es wohl zu schwer war, die abgegrenzten und ausgeschilderten Fußgängerwege zu benutzen.

Der Ärger war aber schnell verflogen als ich ins Stadion eingelaufen bin. Die Zuschauer rechts und links von der Bank feuerten mich, obwohl sie mich nicht kannten, an und jubelten mir zu. Als ich dann noch hörte, dass aus den Lautsprecherboxen ertönte „… und hier kommt Marco Reuter…“ habe ich meine Arschbacken zusammengekniffen und nochmal alles gegeben. Die Uhr am Zieltor zeigte 29:55 an und ich hatte noch ein paar Meter zu laufen. Kurz nachdem die Uhr auf 30:00 wechselte lief ich über die Ziellinie und hörte das befreiende Piepsen der Zeiterfassung die meinen Chip am Schuh erkannte.

Ich rang nach Atem und war gleichermaßen traurig wie stolz. Ich hatte die Strecke ohne Gehpausen bewältigt, lag mit gleichbleibender Pace im grünen Bereich und habe dann am Ende doch nach mehr als 30:00 Minuten die Ziellinie überquert. So knapp am selbst auferlegten Ziel vorbei. Ich hätte mich wohl noch mehr über mich selbst geärgert wenn ich mehr Sauerstoff bekommen hätte.

Was ich allerdings nicht bedacht habe war, dass ich ja erst einige Sekunden nach dem Start die Startlinie der Zeiterfassung überquert habe und somit die gesamte Strecke in genau 29:58 Minuten bewältigen konnte.

Ziel erreicht!

Fazit: sehr schöner Lauf, angenehmes Wetter, tolles Ambiente.

Ich habe mich dazu entschieden am kommenden Dienstag bei einem Probetraining beim Lauftreff Schweich teilzunehmen. Vielleicht finde ich ja so endlich weitere Laufbuddies.

Ich werde hier natürlich davon berichten.

Euer

Marco

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