Der Einfluß des Alltags auf die Leistung im Training

Gestern war ein hammerharter Tag. Schon die Nacht zuvor war sehr anstrengend. Generell gehe ich eigentlich immer spät ins Bett, ich will den Abend ja auch nutzen um auch noch irgendwas vom Tag zu haben. Der jüngste Nachwuchs ist aktuell krank und hat uns um 3 Uhr etwas auf Trapp gehalten. Nachdem er beruhigt war konnte ich aber auch nicht mehr in den erholsamen Schlaf finden. Um kurz nach 5 Uhr bin ich dann aufgestanden um mich möglichst früh auf den Weg zur Arbeit machen da hier seit einigen Tagen ein Stau für lange Anfahrtswege sorgt. Mindestens 30-45 Minuten muss man hier schon mehr als sonst investieren und von den Nerven die bereits am Morgen strapaziert werden möchte ich erst gar nicht sprechen. Das Gleiche fällt natürlich auch nach einem anstrengenden Arbeitstag auf dem Rückweg wieder an. Hier sind dann Wartezeiten von bis zu einer Stunde die Regel. Völlig übermüdet und genervt bin ich dann Zuhause eingefallen, habe mich umgezogen und bin dann quasi ohne erstmal richtig „anzukommen“ auch schon wieder aufgebrochen. Die Müdigkeit hat hier schon ihren Tribut gefordert denn es war schwer konzentriert zu bleiben und ich muss auch zugeben, dass die Motivation am Lauftraining teilzunehmen nicht die Beste war. Das kleine Teufelchen auf meiner Schulter flüsterte mir andauernd ins Ohr, dass ich auch mal ein Training ausfallen lassen könnte und es ohnehin viel bequemer auf der heimischen Couch sein würde. Das Engelchen hat es dann aber, mit Blick auf den immer näher rückenden Termin, geschafft mich zum Treffpunkt des Lauftreffs zu lotsen.

Als wir dann losgelaufen sind war schnell klar, dass es heute kein Zuckerschlecken wird. Die Technik, hier Runtastic, forderte unerklärlicherweise mehrere Bestätigungen nach GPS, Account und Co wodurch ich das Tracking einige hundert Meter zu spät starten konnte. Einstellungen während dem Laufen zu verändern steigert die Lust nicht wirklich. Der Anstieg der Hölle war viel viel schwerer als sonst und auch der Rest des Laufes fiel mir nicht leicht. Die Beine waren schwer, der Rest des Körpers fühlte sich auch nicht viel besser an. Nach der Höhenüberwindung hoffte ich, dass Ellen rechten Weg ( 8km ) heute laufen möchte, aber „leider“ bog sie links ab auf die 10km Distanz. Es war schwer bis nahezu unmöglich den richtigen Laufrhythmus zu finden, den Kopf auszuschalten und einfach nur zu laufen. Der Kopf projizierte Gedanken in Form von „lass dich einfach fallen und stirb!“ die Beine riefen nach der Couch und der Schweiß verkündete „warum tust du dir das an?“

Auf den letzten beiden Kilometern wurde ich dann noch von den Topläufern des Vereins überholt ( nicht wundern, sie sind eine weitere Strecke gelaufen ) und zwei Mitglieder hatten mich dann den Rest der Strecke mitgezogen. Ab dann lief es merkwürdigerweise wieder rund. Zu spät für ein erfolgreiches Training.

Zuhause angekommen fiel ich auf die Couch und war für nichts mehr zu gebrauchen. Eine Alternative zum Arbeitsweg muss her. Ich werde ab der kommenden Woche dem Schienenverkehr den Vorrang geben und mich locker und entspannt der deutschen und luxemburgischen Bahn widmen. Mal schauen ob es dann wieder etwas runder läuft.

Fakt ist, wenn ich mich am Samstag Abend genauso fühle werde ich dem Teufelchen folgen und mit dem Arsch auf der Couch bleiben. Aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

 

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