1. GIO RUN 2019 in Leudelange / Luxembourg

1. GIO RUN 2019

Relativ spät hatte ich den Lauf „1. GIO RUN 2019“ in Luxembourg entdeckt und konnte leider keine weiteren Mitstreiter aus der Firma zur Teilnahme motivieren. OK, ich gebe zu, Freitag Abend ( 19:30 Uhr ) ist nicht zwingend der beste Termin für einen Lauf des Firmenlauf-Teams und ich gebe ebenfalls zu, ich nerve die Mitarbeiter schon mit dem Thema Laufen. Was soll ich machen, es macht mir eben Spaß! Aber ich wollte unbedingt teilnehmen und daher hatte mich ebenfalls kurzfristig für die 10km Strecke angemeldet. Da Ende des Monats, also bereits am Sonntag, der Trierer Stadtlauf mit einem Halbmarathon auf meine Teilnahme wartet wollte ich diesen Lauf entspannt angehen , die neue Umgebung genießen und meinen Arbeitgeber würdig vertreten.
Leudelange ist lauftechnisch noch Neuland für mich, sodass ich mich bei meinem Kumpel Fernand über den Streckenverlauf erkundigte. Seine Anwort war: „…es sind kleine Steigungen in der Strecke. Es ist aber nicht dramatisch…“ Dazu komme ich dann noch später.

314 – Marco Reuter

Der Freitag zeigte sich generell schön warm und sonnig. Also war vorheriges Trinken pflicht. Ich vergesse das im Laufe der Arbeitszeit meistens und trinke dann zwischendurch Kaffee was irgendwie kontraproduktiv ist aber ich bin ja irgendwie „speziell“.

Um rechtzeitig vor Ort zu sein bin ich dann auch kurz nach 17 Uhr aufgebrochen. Es waren nur knapp 30km Anfahrt … was konnte da wohl schief gehen?
In die Planung für den 2. GIO Run 2020 werde ich um 15 Uhr losfahren, denn Freitag nachmittags wollen wohl alle Pendler aus Luxembourg ( Stadt ) raus und nach Hause.
Stau! Es gibt wirklich nicht viel, abgesehen von Gartenarbeit, was ich mehr hasse als Stau.

Die Bühne
Die Bühne

Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich als junger Kerl mal 8 Stunden bei München, nach dem Oktoberfest, im Stau gestanden habe und vor langeweile fast starb.
Das Navi zeigte ausschließlich rote Straßen! Alles war zu, die Stadt stand still. War ja nicht so schlimm, ich hatte ja noch locker 2 Stunden Zeit. Die Sonne kannte kein erbarmen und erwärmte alles was nicht im Schatten war auf unangenehme Temperatur. Nach einer Stunde im Stau meldete mein Navi eine alternative Route bei der ich nur mit weiteren 7 Minuten Verzögerung statt Stillstand rechnen konnte. War das das Wunder auf das ich langsam aber sicher hoffte? Wer mich kennt weiß, nicht Gott ist für mein „Glück“ zuständig, sondern eine ganz gewisse Abteilung in der Hölle. Weiterer Stau und weiter Stillstand. Ich bin bereits davon ausgegangen, dass ich den Start wohl nicht mehr schaffen werde. Ich musste mich ja noch umziehen und auch noch die Startunterlagen abholen.

Irgendwann hatte der Abteilungsleiter der Hölle ein Einsehen und gab die Strecke frei. Ich konnte sogar auf einem nahegelegenen Parkplatz mein Auto abstellen. Die Schlange an der Startnummernausgabe war nicht lang aber man fand erstmal meinen Namen nicht. Es hab sogar Startbeutel im Gio Run Design, das fand ich schön, denn die Beutel sind neben den Startnummern, Urkunden und Medallien immer eine schöne Erinnerung.

Start und Ziel
Start und Ziel

Die Herren-Umkleide war komplett frei, sodass ich mich komplett ausbreiten konnte. Die Toilettenanlage sollte für die zweite Version des Laufs um einen Container erweitert werden denn die zur Verfügung stehenden Örtlichkeiten waren knapp aber stark besucht. Eine Damentoilette habe ich nicht gesehen und auch die weiblichen Läufer suchten ebenfalls den als Herren-WC ausgezeichneten Container auf. Wenn ich mir eine Änderung für 2020 wünschen könnte, dann wäre das eine zweisprachige Gestaltung der Hinweisschilder. OK, es ist Luxembourg, dort ist die französische Sprache die offizielle Sprache also muss man damit leben.

600 Läufer
600 Läufer

Es waren etwas mehr als 600 Läufer gemeldet. Die Stimmung war gut, alle waren ausgelassen fröhlich und jeder fieberte dem Start entgegen. Im Start- bzw. Zielbereich war alles für das leibliche Wohl zu finden. Es war wirklcih schön und gemütlich gemacht.

Kamera gezückt, kleines Video gemacht und schon hatte ich den Countdown zum Start verpasst. Sowas aber auch. Ich werde wohl alt und senil.

Die Masse setzte sich in Bewegung und wurde ersteinmal eine Runde über den Standort der Firma Giorgetti geleitet. Eine Kleine Betriebsbesichtigung wenn man so will. Nach dieser kleinen Rundreise ging es dann auf die angrenzende Straße und danach schnell in den Wald.

Leudelange - Schöne Landschaft
Leudelange – Schöne Landschaft

Die ersten Kilometer glichen einem kleinen Trail und verliefen auf unbefestigten Wegen durch das Waldgebiet. Der Streckenverlauf wies, wie von Fernand beschrieben hin und wieder mit etwas Steigung auf aber es war in der Tat nichts dramatisches dabei. In den Passagen in denen man in der prallen Sonne lief waren schon bisschen hart. Die Sonne brannte und tat das was sie am besten kann.

Leudelange - Schöne Landschaft
Leudelange – Schöne Landschaft

Irgendwann, ich glaube kurz nach Kilometer 5 konnte man bereits von Weitem eine Verpflegungstation erkennen. Normalerweise ignoriere ich Verpflegungsstationen weil ich wohl zu doof bin während dem Laufen zu trinken und ich Probleme habe wieder in den Flow zu kommen wenn ich mal stehen geblieben bin. In Erinnerung hatte ich noch die Situation vom ING-NIGHTMARATHON Anfang des Monats an dem keine Becher mehr für die langsamen Läufer da waren. Sowas würde hier ja nicht passieren … dachte ich …

Hier muss ich euch nochmal die Abteilung Hölle ins Gedächtnis rufen und wie dort versucht wird mir das Leben etwas schwerer zu machen. Die finden das da lustig, ich nicht so ganz.

Leudelange - Schöne Landschaft
Leudelange – Schöne Landschaft

Näherkommend an die Verpflegungsstation bemerkte ich, dass auf dem Tisch nichts mehr stand und einige Läufer vor mir die letzten Tropfen aus den Plastikflaschen zu sich nahmen. Ist das jetzt eigenlich ein Scherz den ich zugegebenermaßen nicht verstehe oder ist das eine Fehlplanung? Oder soll das sogar so sein damit man sich anstrengt schneller zu laufen um noch was an der Versorgungsstation zu bekommen? Ich weiß, das sind Plastikbecher! Und ja, sie werden weggeworfen! Nein nicht direkt ins Meer sondern ordentlich recycled ( will ich mal hoffen )

Wir rechnen mal:
600 Teilnehmer ok sagen wir mal 400 beim 10km Lauf.
2 Becher pro Starter = 800 Becher (Den Rest kann man ja ein anderes mal verwenden!)
800 Becher zu 0,2l Wasser ( wenn sie denn ganz gefüllt sind also eher 0,15l ) = 160l Wasser
Benutzt wurde ein günstiges Wasser ( nicht abwertend gemeint ) in 1,5l Flaschen erhältlich im 6er Pack. => 18 Pack Wasser in 6er Packs zu je 1,5l pro Flasche ( Ich schaue morgen mal was ein Pack an der Tankstelle kostet, dann kann ich auch sagen was man investieren müsste )

Da will ich nicht rauf!
Da will ich nicht rauf!

Genug gejammert hust!

Meine Gedanken waren: „Die Hälfte ist erstmal geschafft und wenn sich der Rest der Strecke ebenfalls so gestaltet dann wird das ein sehr schöner und angenehmer Lauf!“
Kommen wir somit noch einmal zur … ihr ahnt es sicher schon … Abteilung Hölle.
Zwischen Kilometer 7 und 8 kam ich an eine nicht einsehbare Kurve. Ich konnte die kleinen Dämonen schon kichern hören und bekam ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. Ich hätte meinen Blick filmen sollen aber ich war zu geschockt über das was ich mir dort offenbarte. Vor mir lag eine Steigung von geschätzten 40% und ein Ende war gar nicht zu erblicken. Keiner, wirklich KEINER der langsamen Läufer ist auf diesem Teilstück der Strecke gelaufen. Ich hatte es noch versucht, mein Vorhaben dann aber schnell aufgegeben. Gehen war angesagt und selbst das hat in den Oberschenkeln gebrannt wie Chili-Soße die man in eine offene Wunde schmiert. Stimmen mit Überlegungen den Lauf abzubrechen und den flacheren Weg zurück zu gehen wurden in meinem Kopf immer lauter aber „Aufgeben ist keine Option und Ankommen ist das Ziel!“

Immer hübsch lächeln!
Immer hübsch lächeln! Foto von https://ludivig-edith.psweb.org/

Ja, ich musste mich wirklich quälen und dieses Teilstück einfach nur irgendwie überwinden. Oben angekommen wurde kurz verschnauft und der Pulswurde wieder in normale Bereiche gebracht. Danach ging es wieder laufend weiter. Eine, wohl beim Veranstalter beschäftigte, Dame ( siehe Video ) ist dann in den letzten Kilometern auf meiner Höhe gelaufen und hat mich immer wieder in französischer Sprache dazu animiert durchzuhalten und mir ein kühles Bier im Ziel versprochen. Ok, sie meinte wohl auch ich wäre etwas zu fett aber das ist ja nix neues.

Der Zieleinlauf führte wieder auf die anfangs gelaufene Firmenrunde, allerdings fühlte sie sich diesmal dreimal so lang an. Ich gebe gerne zu froh gewesen zu sein das ich endlich im Ziel angekommen war. Ich konnte den Lauf mit Platz 282 und einer Zeit von 1:11:01 abschließen. Sicher keine PB aber das ist auf dieser Strecke wohl auch nicht möglich. Er war als schöner langsamer Trainingslauf geplant und genau das war er auch. Leider scheint es keine Urkunden zum Ausdrucken zu geben, das finde ich schade, vielleicht ist das ein weiterer Punkt für die V2.0-Agenda des Laufs im nächsten Jahr.

Resultat

Noch nie zählte ich zu den Personen, die nach einem Lauf am Veranstaltungsort verweilen aber dieses Event und das gebotene Programm überzeugten und ich hatte an diesem Abend noch einige schöne Gespräche mit Gleichgesinnten.
Nach der Siegerehrung gab es noch eine Tombola mit wahnsinnig vielen Preisen welche die Sponsoren des Events zur Verfügung stellten. Darunter auch ein 300€ Reisegutschein. Fand ich schon cool. Ich hatte Losnummer 332. Leider haben die kleinen Dämonen dafür gesorgt, dass die Losnummer 333 ( das ist immerhin die Hälfte von 666 … ihr versteht … ) und einige ähnliche Nummern gezogen wurden aber meine wurde sicherlich im Vorfeld bereits im Höllenfeuer verbrannt.

Als Fazit würde ich sagen, es war ein schöner Lauf mit toller Landschaft, tollen Leuten und einer bis auf die Versorgung hervorragenden Organisation welcher im kommenden Jahr in der zweiten Version des GIO RUN wiederholt werden sollte.
Nächste Läufe / Termine:

  • 30.06.2019 – Halbmarathon beim Trierer Stadtlauf
  • 01.07.2019 – Offizielle Ankündigung des Laufziels 2020! Seid gespannt!
  • 05.07.2019 – Evtl. Stadtlauf Saarburg aber das ist wegen der suboptimalen Zeit noch offen.

Samstagstraining mit Fabi und Erik

Zwischendurch versuche ich meine Kollegen zum Laufen zu bringen. Bei Fabian hatte ich wohl Erfolg und Erik ist ein weiterer Kandidat. Beide sind meine Arbeitskollegen und werden täglich von mir genervt.

Vor knapp 2 Wochen konnte ich beide an den Mattheiser Weiher locken um mit ihnen zusammen ein Lauftraining zu absolvieren.

Nett wie ich nun einmal bin habe ich gleich mit Ihnen das Lauf-ABC gemacht.

35. Mitternachtslauf in Kröv 2019

Vor einem Jahr bin ich aus Spaß beim Mitternachtslauf in Kröv angetreten. Damals auch etwas schockiert, dass ich in meinem jungen Alter bereits im Junggebliebenen-Lauf mitlaufen musste. Aber der Lauf war prima. Die Atmosphäre stimmte und ich lief zum ersten Mal mit Hanne gemeinsam ein Rennen. Letztes Jahr war es noch eine knappe Sache, in diesem Jahr sah das schon anders aus. Hanne ist in einer tollen Trainingsform da sie nahezu täglich die Laufschuhe schnüren kann und auch nur knapp über 20kg wiegt ( geschätzt ). Es war mir also unmöglich mich mit ihr zu battlen. Das machte aber auch gar nichts, denn in 3 Wochen steht schon der Trierer Stadtlauf an und da das ja wieder mein erklärtes Jahresziel ist wollte ich kein Risiko eingehen und einfach nur den Lauf genießen.

5120 – Marco Reuter

Wir waren beide etwas verwirrt angereist, Hanne hatte ihre Kopfhörer vergessen und ich die Weinflaschengutscheine im Auto. Also haben wir uns warm gemacht während wir mehrfach zurück ans Auto laufen mussten. Das war so geplant *hust*

Es waren einige Schweicher am Start aber irgendwie schafften wir es nicht ein Gruppenfoto zu machen. Das ist in letzter Zeit sowieso etwas schwieriger geworden wenn keine Person der Vereinsleitung dabei ist.

Fast pünktlich könnten wir starten. Ein Blick ging immer wieder in den Himmel da dieser auf dem Hinweg alle Wettervariationen offenbarte. Wir hatten aber Glück und es blieb trocken. Nicht zu warm und nicht zu kalt. Perfekter Läuferwetter. Bereits in der ersten Runde merkte ich, dass die Atmung nicht so funktionierte wie ich gerne wollte. Der Juni ist jedes Jahr ein kritisches Jahr da der Pollenflug meine Atmung nahezu lahmlegen kann. Ich habe zwar ein Spray dagegen aber da muss ich den ganzen Tag „vorpumpen“. In Luxembourg hatte es gut funktioniert, gestern hatte ich es etwas vernachlässigt. Aber kein Problem ich wollte keine PB laufen. Ich habe dann nochmal ein bisschen Leistung rausgenommen und mich dazu entschlossen den Lauf und die Anfeuerungen der Leute zu genießen. Das Publikum war wieder großartig und heizte die Meute gekonnt an. Kinder liefen den Läufern entgegen und reichten ihnen Becher mit erfrischendem Wasser.

Einige Läufer nahmen das Rennen meiner Meinung nach ein wenig zu ernst, so dachte einer der Topläufer er müsste mich anrempeln und extrem knapp an mir vorbei laufen. Er hatte so einen Vorsprung dass es auch für ihn kein Problem gewesen wäre einen Bogen um mich zu machen. ich bin schon am Rand gelaufen um niemanden zu behindern. Junge du hättest dadurch keine Zeit verloren. Aber wie sage ich immer so schön: Man sieht sich immer zweimal im Leben…

Herzfrequenz im guten Bereich
9.400m durch Kröv
Knapp 1 Stunde…für mich in Ordnung
Die Trophäe mal anders. Sicher lecker aber der bleibt zu.
Das nächste Rennen ist dann der giorun19 in Luxembourg

ING Nightmarathon 2019 – Luxembourg

„Allez Marco! Allez!“, das waren die Worte die ich am gestrigen Halbmarathon in Luxembourg am meisten gehört habe. Die Aufmunterungen der Zuschauer konnten diesen Lauf für mich auch nicht mehr retten.

13749 - Marco Reuter
13749 – Marco Reuter

29° warm war es noch bei meiner Ankunft am Kirchberg in Luxembourg, wo der jährliche ING Nightmarathon stattfindet. Der Start wurde mir von meinem Freund Fernand H. gesponsert, weil er eigentlich nicht mehr in mein Laufbudget dieses Jahr gepasst hat.

16.000 Läufer
16.000 Läufer

16.000 Läufer waren vor Ort und die Stimmung war ausgelassen und gut. Meine Nervosität war deutlich zu spüren. Ich hatte ja noch nie einen HM in einer solchen Hitze gelaufen. In den letzten Tagen häuften sich auch immer wieder die Aussagen von Freunden und Kollegen, dass die Strecke nicht leicht wäre und einige Steigungen bieten würde. Aber man muss sich ja selbst einen Eindruck vom Lauf vermitteln und das habe ich auch getan.

Der Startschuss ertönte und die Menge jubelte. Natürlich startete ich aus dem letzten Block und es dauerte einige Zeit bis sich auch diese hochmotivierte Truppe in Bewegung setzte. Es gab auch einen Live-Stream von RTL Luxembourg auf dem ich wohl 3x zu sehen war. Leider wird der Stream wohl nicht zum Download angeboten, schade.

Der Startbogen des ING Nightmarathon
Der Startbogen des ING Nightmarathon

Meine größte Angst war, dass die Atmung und die Herzfrequenz mir wie am Mittwoch einen Strich durch die Rechnung machen würde. Aber die Atmung hatte ich gut unter Kontrolle da ich rechtzeitig antiallergisches Asthmaspray benutzt habe. Die Herzfrequenz lag auch meistens im guten Bereich und war auch relativ stabil. Was mir zu schaffen machte war die aktuell noch ungewohnte Hitze. In der letzten Woche musste man noch eine Jacke anziehen wenn man vor die Tür wollte und heute wäre es im Adamskostüm gerade gut genug gewesen. Gut, dass man als Läufer doch recht luftig gekleidet ist.

Die ersten 8km waren überhaupt kein Problem, aber dann machte sich die Hitze nicht nur bei mir bemerkbar. Viele anderen Teilnehmer ( laut Zeitungsbericht waren es mehr als 80 ) mussten von Helfern und Sanitätern behandelt werden. Der ein oder andere musste auch mit dem Krankenwagen ins nahegelegene Krankenhaus transportiert werden. Die Sanitäter hatten eine ganze Menge zu tun. Dauernd waren Blaulicht und Martinshorn zu sehen bzw. zu hören.

Das präparierte Laufshirt
Das präparierte Laufshirt

Was mich etwas geschockt hatte und auch vom Veranstalter im nächsten Jahr verbessert werden muss sind die Verpflegungsstationen. Die ersten Stellen hatten für uns letzten Läufer nix mehr. Keine Becher! Nix vorbereitet bzw. sind sie wohl scheinbar nicht der anstürmenden Menge hinterher gekommen. Hier muss weiter ausgebaut werden und die Stationen etwas verlängert werden.

Ein wenig „unpraktisch“ finde ich die Verteilung von Bananen- und Orangenstücken. Da die Schalen einfach auf die Straße geworfen werden und diese dann auf dem Asphalt eine rutschige Fläche bilden herrschte stellenweise arge Rutschgefahr. Ob das bei einem Marathon normal ist kann ich nicht sagen, es war ja erst mein zweiter und in Freiburg habe ich sowas nicht bewusst wahrgenommen.

Herzfrequenztabelle
Herzfrequenztabelle

Die ersten Kilometer liefen gut. Atmung und Herzfrequent blieben überraschen konstant und ich konnte die angepeilte 7er Pace recht gut halten. Aber dann kam er: KM 8. Ab hier war klar, das wird eine Herausforderung und die noch zurückzulegenden 13km würden mir in jeder Hinsicht einiges abverlangen.

Das Publikum war klasse, anders kann man es nicht sagen. Einige Anwohner hatten Gartenschläuche auf die Hälfte der Straße gerichtet und gaben jedem Läufer so die Möglichkeit einer kurzen Abkühlung. Von vielen wurde das auch dankend angenommen da ich aber mit einiger Technik ausgestattet war habe ich mir immer nur einige Tropfen gegönnt die ihre Wirkung aber nicht verfehlten. Ich musste sogar aufpassen, dass der Kreislauf nicht kollabierte wenn ich durch das kühlende Nass gelaufen bin. Danke an die Luxemburger die soviel Verständnis für die Sportler hatten!

Meine Beine wurden schwerer und die Energie schwand langsam aber sicher. Zum ersten mal habe ich dann auch etwas Traubenzucker zu mir genommen um den weiteren Strapazen entgegenwirken zu können. Nach 10km kamen dann erste Zweifel ob ich das überhaupt schaffen kann.

Jeder folgende Kilometer fühlte sich schlimmer an. Die „Allez Marco! Allez!“-Rufe kamen immer öfter aber stellenweise ging einfach nicht(s) mehr. Irgendwas musste zur Motivation her. Aber was? Ich versuchte einen Freund anzurufen in der Hoffnung, dass er mir gut zureden würde aber dieser war leider verhindert. Einzig und allein der Gedanke, dass mein Freund Fernand diesen Lauf bezahlt hat ich ihn einfach nicht enttäuschen wollte lies mich weiter machen. Zumindest so gut es ging. Mit einigen für mich ungewöhnlichen Gehpausen und kurzem Stop an jeder Verpflegungsstation.

Der Streckenverlauf
Der Streckenverlauf

KM 18 hielt dann einen weiteren Motivationstest bereit. Meine Waden machten langsam zu und der Oberschenkel meldete sich. Also nochmal Tempo rausgenommen und weitere Gehpausen eingeplant. Im Kopf rechnete ich die Zeit aus und was ich tun müsste um noch innerhalb der gültigen 3 Stunden anzukommen. Rein rechnerisch war es noch möglich vor Zielschluss über die Linie zu laufen aber Körper und Geist waren stark geschwächt und die Verlockung mit dem Besenwagen zum Eventgelände zu fahren waren so reizvoll wie ein eisgekühltes alkoholfreies Radler. Aber Nein! Zwei Läuferinnen machten mir auf der letzten Teilstrecke nochmal Mut und pushten mich, die letzten 3 km doch noch zu absolvieren. Also nochmal die letzten Kräfte mobilisiert und mit einer ganz langsamen Pace Richtung Messegelände „gelaufen“. Ich war glaube ich noch nie so froh eine Ziellinie zu überschreiten. Das ausgerechnete Ziel unter 3 Stunden zu finishen konnte ich gerade noch so verwirklichen.

Da ist das Ding!
Da ist das Ding!

Im Zielbereich angekommen habe ich die Stände erstmal nahezu leer gesoffen, ja sogar einen Becher Cola habe ich mir gegönnt! Haut mich! Dann bin ich aber unter die Dusche um endlich den Weg in Richtung Heimat antreten zu können.

Fazit: Der ING Nightmarathon ist eine tolle Veranstaltung. Es sollte dem, gerade auch unerfahrenen, Starter bewusst sein, dass es sich hier nicht um die einfachste Strecke handelt und gerade die letzten 5km eine Herausforderung sind. Da laut Aussagen einiger anderer Teilnehmer in den letzten Jahren immer warme Temperaturen herrschten sollte man selbst für ausreichende Getränke sorgen ( ggfs durch Bekannte am Straßenrand ) und die Sache dort nicht allzu ernst angehen. Das klingt jetzt wahrscheinlich etwas zu hart, weil das Event wirklich gut und das Publikum und die Strecke ( abgesehen von den Steigungen ) wirklich genial war: Ich bin froh, dass ich diese Erfahrung machen konnte bezweifle aber, dass ich in den kommenden Jahren erneut an dieser Veranstaltung teilnehmen werde. Aber wer weiß, was da noch alles kommt…