Mission 2019 accomplished – Der Trierer Stadtlauf Halbmarathon

Seit dem ich Laufe, stelle ich mir selbst jährlich eine Aufgabe die ich bis zu einem gewissen Zeitpunkt oder bei einem bestimmten Event erbringen möchte.

– 2017 war es, einmal 5km am Stück laufen zu können also im Prinzip mal mit dem Laufen anzufangen.
– 2018 war es dann das erfolgreiche Abschließen des 10km Laufs beim Trierer Stadtlauf
– 2019, also in diesem Jahr habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, die Ziellinie des Halbmarathon beim Trierer Stadtlauf zu überqueren und gestern sollte es soweit sein…

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Wie es meistens so ist, geht es bei mir immer drunter und drüber wenn ich mal was plane und so war es auch in der ersten Jahreshälfte. Jubel, Trubel und manchmal etwas Heiterkeit prägten das Frühjahr. Für den Sport blieb im allgemeinen nicht so viel Zeit wie ich dafür gerne gehabt hätte und Zusagen öfter an Longrun-Läufen teilzunehmen konnte ich nicht halten. Bei den Trainingseinheiten des LT Schweich hat man mich öfter mal vermisst und auch das Gewicht ist leicht nach oben gegangen. Alles insgesamt also keine gute Ausgangssituation für einen erfolgreichen Halbmarathon.

Vor dem Stadtlauf in der ältesten Stadt Deutschlands hatte ich zwei Versuche die Welt des halben Marathons zu erforschen. In Freiburg klappte es für meine Verhältnisse besser als erwartet. Es gab dort keinerlei Probleme und alles lief rund. Ich blieb unter der mir selbst auferlegten Zeit von 2:30 Std und dort passte einfach alles.

Geflashed von den tollen Gefühlen im Ziel hatte ich mich dann auch für den ING-NIGHTMARATHON 2019 angemeldet, unwissend wie dort der Streckenverlauf sein wird. Sagen wir es so, das Feeling dort durchs Ziel zu laufen war „anders“. Ok, die Voraussetzungen waren natürlich auch anders und die Strecke war deutlich steiler. 2020 werde ich besser auf den Lauf vorbereitet sein.

Entsprechend den Erfahrungen in Luxembourg und der Enttäuschung über die eigene Leistung hatte ich schon starken Respekt vor dem anstehenden HM in Trier. Die Wetterfrösche prognostizierten eine neue Hitzewelle mit Rekordtemperaturen und ich hatte geistig bereits den Start abgesagt. Bei hitzigen Temperaturen wollte ich nicht laufen ich bin ja nicht bekloppt… wäre da nicht die liebe … ( na ihr ahnt es schon ) … Hanne!

Hanne, die sich im letzten Jahr zur Ultrarunnerin entwickelt hat, erstickte die letzten Hoffnungen in mir, den Sonntag Morgen gemütlich auf der Couch verbringen zu können.Sie schrieb mir, dass ich ruhig starten kann und ich mich bereit machen sollte. Niemand auf dieser Welt kann Oberfeldwebel Hanne widersprechen. Also musste ich am Sonntag meine Laufschuhe schnüren und starten. Hanne hats befohlen dann wird es auch so gemacht! Basta!

Befehl vom Stabschef
Befehl vom Stabschef

Ich habe dann mal noch schnell mein Testament geschrieben ( war recht kurz ) denn wer sollte einen HM bei angekündigten 40° überleben? Ich bestimmt nicht…
Zwei Tage vor dem Event erreichte mich dann eine Nachricht, die mich vom Hocker gehauen hat und die ich bis heute nicht glauben kann.

Das Wunder

Ein Laufkollege, Christian M., wollte mich begleiten und in meinem Tempo mit mir diesen Lauf finishen. Sowas geniales und kollegiales hätte ich mir niemals erträumen können. Ich warte Christian noch, dass ich aber in einem, für ihn ungewohnten, Tempo laufen werde und ggfs. sogar abbrechen müsste wenn die Sonne mir zuviel Kraft rauben würde. Es war ihm egal, er wollte mich einfach nur zur Ziellinie bringen. Das war für mich wie ein kleines Wunder. Dankend habe ich sein Angebot angenommen. Die Hoffnung diesen Lauf zu überleben ist gerade um 50% gestiegen.

Als am gleichen Tag dann noch die Meldung kam, dass der LVR Verbote für den Stadtlauf ausgesprochen hat und die Startzeiten dadurch vorverlegt werden mussten stieg die Überlebenschance sogar auf 75%. Sogar eine Medaille schien plötzlich möglich zu sein.

Am Veranstaltungstag hätte ich natürlich noch einige Stunden weiter schlafen können aber die Pflicht rief und ich folgte. Meine Laufklamotten lagen bereit. Wie gewohnt habe ich nichts gefrühstückt, aber niemand hätte wohl etwas anderes erwartet. Ich kann einfach besser laufen wenn ich noch nichts gefuttert habe. Die meisten halten es für falsch ich denke für mich ist das aber der richtige Weg.

In Trier angekommen traf ich auf Arthur mit dem ich dann in die Innenstadt gegangen bin. Einige „Schweicher“ gesellten sich zu uns an die Porta ( in Trier sprcht man das übrigens als „Pochta“ aus ) und auch die liebe Hanne war vor Ort.

Meinen Laufbuddy Christian traf ich dann beim Startbogen an der Treveris Passage und wir sprachen noch kurz die Taktik ( langsam anfangen, langsam laufen und im Ziel ankommen ) durch. „Milliunen“ Leute waren so verrückt und wollten an diesem, jetzt schon schnuckeligwarmen, Morgen die 21,1km Strecke bewältigen. Die meisten waren mit Trinkflaschen ausgestattet. Ich denke die sind alle vorher in Luxembourg mitgelaufen und haben dort wie ich auf dem trockenen gesessen 😉 ( Kleiner Scherz am Rande )

Wir starteten schön gemütlich in angepeilter 7er Pace in Richtung Porta Nigra. Dort war ein Großteil des Publikums versammelt und jubelte den Läufern zu. Erste Abkühlungen konnte man dort auch schon geniessen denn man konnte sich von kühlem Wasser berieseln lassen. Ich habe das Angebot an dieser Stelle noch nicht angenommen aber ab der zweiten Möglichkeit keine Fontäne mehr ausgelassen. Christian nahm seine Rolle als Mentor und Supporter sehr ernst und bremste mich immer dann aus, wenn ich unbewusst das Tempo etwas zu arg steigerte. Was man vorne zuviel verbrennt das fehlt dann hinten. Er erinnerte mich immer daran was zu trinken und verkürzte die gefühlte Laufzeit mit interessanten Gesprächen.

Noch fit der kleine Marco


Die erste Runde und die ersten 15km verliefen reibungslos. Wir konnten das Tempo, etwa eine Pace von 6:45, halten und es sah lange Zeit nach einer neuen PB aus. Aber dann wurden mir die Stellen an denen kein Schatten mehr zu sehen war und die pure Sonne auf die Haut niederschoss zum Verhängnis.

Ich merkte deutliche Energieeinbußen. Die Atmung und der Puls waren ok aber der „Tank“ war leer. Erst mussten wir ein wenig das Tempo reduzieren aber dann kam ich um einige Gehpausen nicht mehr herum. Der Kopf wollte einfach nicht durchhalten. Christian machte mir ein eiskaltes Radler schmackhaft, welches im Ziel auf mich warten würde.

An der Ecke Hohenzollernstraße / Barbaraufer standen Mitarbeiter eines medizinischen Dienstes ( ich glaube es waren Leute der Malteser ) die den Läufern kurz vor letzten Meile Eiswürfel anboten! Das war geil! Ich habe mir zwei dieser eiskalten Wunderwürfel gegönnt und mir wie in einer heissen Szene eines Erotikfilms damit die Haut gekühlt. Es war herrlich! Danke an dieser Stelle nochmal für die Unterstützung.
In der Südallee trafen wir dann auf Martin, der mit dem Fahrrad in fotografischer Mission unterwegs war. Er begleitete uns einige huntert Meter und schwang noch einmal die Peitsche damit der kleine fette Marco auch noch die letzten paar hundert Meter schafft.

Marco R. und Christian M.

Die Beine brannten und die Reserve-Tank-Leuchte in meinem Kopf blinkte im Millisekundentakt. Der Zielbogen war in Sicht und die Trierer motivierten mit lauten Rufen dazu durchzuhalten. Als ich mit Christian die Ziellinie überquerte war ich in der Tat froh endlich angekommen zu sein. Weiter hätte ich es an diesem Sonntag nicht geschafft. Das eiskalte Radler, welches mir von Christian auf den letzten paar hundert Metern immer und immer wieder ins Gedächtnis gerufen wurde rief mich bereits und es schmeckte gut! So in etwa musste das Blut Christi beim letzten Abendmahl geschmeckt haben. Göttlich!

Urkunde – HM Trierer Stadtlauf

Was weniger gut war: es gab keine Medaillen mehr im Zielbereich. Es waren keine mehr da. Erst nach einigen Minuten kam jemand mit einer Bütte Medaillen an aus der wir uns dann auch bedienten. Sowas darf nicht passieren liebes Orgateam des Trierer Stadtlaufs. Die Medaille ist wichtig für den Finisher. Wegen ihr kommen so manche Läufer erst nach Trier. Und warum war das Ausdrucken der Urkunden nicht mehr möglich? Zu wenig Vordrucke gahabt? Nachbessern.

Mit der Besten! Hanne H.

Ansonsten hat das Orgateam des Trierer Stadtlaufs extrem gut gehandelt. Sie hatten alles im Griff und haben auch die neue Situation mit den neuen Startzeiten sehr gut gemeistert! Meinen Respekt habt ihr dafür.

Danke Christian! Das war quant!

1. GIO RUN 2019 in Leudelange / Luxembourg

1. GIO RUN 2019

Relativ spät hatte ich den Lauf „1. GIO RUN 2019“ in Luxembourg entdeckt und konnte leider keine weiteren Mitstreiter aus der Firma zur Teilnahme motivieren. OK, ich gebe zu, Freitag Abend ( 19:30 Uhr ) ist nicht zwingend der beste Termin für einen Lauf des Firmenlauf-Teams und ich gebe ebenfalls zu, ich nerve die Mitarbeiter schon mit dem Thema Laufen. Was soll ich machen, es macht mir eben Spaß! Aber ich wollte unbedingt teilnehmen und daher hatte mich ebenfalls kurzfristig für die 10km Strecke angemeldet. Da Ende des Monats, also bereits am Sonntag, der Trierer Stadtlauf mit einem Halbmarathon auf meine Teilnahme wartet wollte ich diesen Lauf entspannt angehen , die neue Umgebung genießen und meinen Arbeitgeber würdig vertreten.
Leudelange ist lauftechnisch noch Neuland für mich, sodass ich mich bei meinem Kumpel Fernand über den Streckenverlauf erkundigte. Seine Anwort war: „…es sind kleine Steigungen in der Strecke. Es ist aber nicht dramatisch…“ Dazu komme ich dann noch später.

314 – Marco Reuter

Der Freitag zeigte sich generell schön warm und sonnig. Also war vorheriges Trinken pflicht. Ich vergesse das im Laufe der Arbeitszeit meistens und trinke dann zwischendurch Kaffee was irgendwie kontraproduktiv ist aber ich bin ja irgendwie „speziell“.

Um rechtzeitig vor Ort zu sein bin ich dann auch kurz nach 17 Uhr aufgebrochen. Es waren nur knapp 30km Anfahrt … was konnte da wohl schief gehen?
In die Planung für den 2. GIO Run 2020 werde ich um 15 Uhr losfahren, denn Freitag nachmittags wollen wohl alle Pendler aus Luxembourg ( Stadt ) raus und nach Hause.
Stau! Es gibt wirklich nicht viel, abgesehen von Gartenarbeit, was ich mehr hasse als Stau.

Die Bühne
Die Bühne

Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich als junger Kerl mal 8 Stunden bei München, nach dem Oktoberfest, im Stau gestanden habe und vor langeweile fast starb.
Das Navi zeigte ausschließlich rote Straßen! Alles war zu, die Stadt stand still. War ja nicht so schlimm, ich hatte ja noch locker 2 Stunden Zeit. Die Sonne kannte kein erbarmen und erwärmte alles was nicht im Schatten war auf unangenehme Temperatur. Nach einer Stunde im Stau meldete mein Navi eine alternative Route bei der ich nur mit weiteren 7 Minuten Verzögerung statt Stillstand rechnen konnte. War das das Wunder auf das ich langsam aber sicher hoffte? Wer mich kennt weiß, nicht Gott ist für mein „Glück“ zuständig, sondern eine ganz gewisse Abteilung in der Hölle. Weiterer Stau und weiter Stillstand. Ich bin bereits davon ausgegangen, dass ich den Start wohl nicht mehr schaffen werde. Ich musste mich ja noch umziehen und auch noch die Startunterlagen abholen.

Irgendwann hatte der Abteilungsleiter der Hölle ein Einsehen und gab die Strecke frei. Ich konnte sogar auf einem nahegelegenen Parkplatz mein Auto abstellen. Die Schlange an der Startnummernausgabe war nicht lang aber man fand erstmal meinen Namen nicht. Es hab sogar Startbeutel im Gio Run Design, das fand ich schön, denn die Beutel sind neben den Startnummern, Urkunden und Medallien immer eine schöne Erinnerung.

Start und Ziel
Start und Ziel

Die Herren-Umkleide war komplett frei, sodass ich mich komplett ausbreiten konnte. Die Toilettenanlage sollte für die zweite Version des Laufs um einen Container erweitert werden denn die zur Verfügung stehenden Örtlichkeiten waren knapp aber stark besucht. Eine Damentoilette habe ich nicht gesehen und auch die weiblichen Läufer suchten ebenfalls den als Herren-WC ausgezeichneten Container auf. Wenn ich mir eine Änderung für 2020 wünschen könnte, dann wäre das eine zweisprachige Gestaltung der Hinweisschilder. OK, es ist Luxembourg, dort ist die französische Sprache die offizielle Sprache also muss man damit leben.

600 Läufer
600 Läufer

Es waren etwas mehr als 600 Läufer gemeldet. Die Stimmung war gut, alle waren ausgelassen fröhlich und jeder fieberte dem Start entgegen. Im Start- bzw. Zielbereich war alles für das leibliche Wohl zu finden. Es war wirklcih schön und gemütlich gemacht.

Kamera gezückt, kleines Video gemacht und schon hatte ich den Countdown zum Start verpasst. Sowas aber auch. Ich werde wohl alt und senil.

Die Masse setzte sich in Bewegung und wurde ersteinmal eine Runde über den Standort der Firma Giorgetti geleitet. Eine Kleine Betriebsbesichtigung wenn man so will. Nach dieser kleinen Rundreise ging es dann auf die angrenzende Straße und danach schnell in den Wald.

Leudelange - Schöne Landschaft
Leudelange – Schöne Landschaft

Die ersten Kilometer glichen einem kleinen Trail und verliefen auf unbefestigten Wegen durch das Waldgebiet. Der Streckenverlauf wies, wie von Fernand beschrieben hin und wieder mit etwas Steigung auf aber es war in der Tat nichts dramatisches dabei. In den Passagen in denen man in der prallen Sonne lief waren schon bisschen hart. Die Sonne brannte und tat das was sie am besten kann.

Leudelange - Schöne Landschaft
Leudelange – Schöne Landschaft

Irgendwann, ich glaube kurz nach Kilometer 5 konnte man bereits von Weitem eine Verpflegungstation erkennen. Normalerweise ignoriere ich Verpflegungsstationen weil ich wohl zu doof bin während dem Laufen zu trinken und ich Probleme habe wieder in den Flow zu kommen wenn ich mal stehen geblieben bin. In Erinnerung hatte ich noch die Situation vom ING-NIGHTMARATHON Anfang des Monats an dem keine Becher mehr für die langsamen Läufer da waren. Sowas würde hier ja nicht passieren … dachte ich …

Hier muss ich euch nochmal die Abteilung Hölle ins Gedächtnis rufen und wie dort versucht wird mir das Leben etwas schwerer zu machen. Die finden das da lustig, ich nicht so ganz.

Leudelange - Schöne Landschaft
Leudelange – Schöne Landschaft

Näherkommend an die Verpflegungsstation bemerkte ich, dass auf dem Tisch nichts mehr stand und einige Läufer vor mir die letzten Tropfen aus den Plastikflaschen zu sich nahmen. Ist das jetzt eigenlich ein Scherz den ich zugegebenermaßen nicht verstehe oder ist das eine Fehlplanung? Oder soll das sogar so sein damit man sich anstrengt schneller zu laufen um noch was an der Versorgungsstation zu bekommen? Ich weiß, das sind Plastikbecher! Und ja, sie werden weggeworfen! Nein nicht direkt ins Meer sondern ordentlich recycled ( will ich mal hoffen )

Wir rechnen mal:
600 Teilnehmer ok sagen wir mal 400 beim 10km Lauf.
2 Becher pro Starter = 800 Becher (Den Rest kann man ja ein anderes mal verwenden!)
800 Becher zu 0,2l Wasser ( wenn sie denn ganz gefüllt sind also eher 0,15l ) = 160l Wasser
Benutzt wurde ein günstiges Wasser ( nicht abwertend gemeint ) in 1,5l Flaschen erhältlich im 6er Pack. => 18 Pack Wasser in 6er Packs zu je 1,5l pro Flasche ( Ich schaue morgen mal was ein Pack an der Tankstelle kostet, dann kann ich auch sagen was man investieren müsste )

Da will ich nicht rauf!
Da will ich nicht rauf!

Genug gejammert hust!

Meine Gedanken waren: „Die Hälfte ist erstmal geschafft und wenn sich der Rest der Strecke ebenfalls so gestaltet dann wird das ein sehr schöner und angenehmer Lauf!“
Kommen wir somit noch einmal zur … ihr ahnt es sicher schon … Abteilung Hölle.
Zwischen Kilometer 7 und 8 kam ich an eine nicht einsehbare Kurve. Ich konnte die kleinen Dämonen schon kichern hören und bekam ein mulmiges Gefühl in der Magengegend. Ich hätte meinen Blick filmen sollen aber ich war zu geschockt über das was ich mir dort offenbarte. Vor mir lag eine Steigung von geschätzten 40% und ein Ende war gar nicht zu erblicken. Keiner, wirklich KEINER der langsamen Läufer ist auf diesem Teilstück der Strecke gelaufen. Ich hatte es noch versucht, mein Vorhaben dann aber schnell aufgegeben. Gehen war angesagt und selbst das hat in den Oberschenkeln gebrannt wie Chili-Soße die man in eine offene Wunde schmiert. Stimmen mit Überlegungen den Lauf abzubrechen und den flacheren Weg zurück zu gehen wurden in meinem Kopf immer lauter aber „Aufgeben ist keine Option und Ankommen ist das Ziel!“

Immer hübsch lächeln!
Immer hübsch lächeln! Foto von https://ludivig-edith.psweb.org/

Ja, ich musste mich wirklich quälen und dieses Teilstück einfach nur irgendwie überwinden. Oben angekommen wurde kurz verschnauft und der Pulswurde wieder in normale Bereiche gebracht. Danach ging es wieder laufend weiter. Eine, wohl beim Veranstalter beschäftigte, Dame ( siehe Video ) ist dann in den letzten Kilometern auf meiner Höhe gelaufen und hat mich immer wieder in französischer Sprache dazu animiert durchzuhalten und mir ein kühles Bier im Ziel versprochen. Ok, sie meinte wohl auch ich wäre etwas zu fett aber das ist ja nix neues.

Der Zieleinlauf führte wieder auf die anfangs gelaufene Firmenrunde, allerdings fühlte sie sich diesmal dreimal so lang an. Ich gebe gerne zu froh gewesen zu sein das ich endlich im Ziel angekommen war. Ich konnte den Lauf mit Platz 282 und einer Zeit von 1:11:01 abschließen. Sicher keine PB aber das ist auf dieser Strecke wohl auch nicht möglich. Er war als schöner langsamer Trainingslauf geplant und genau das war er auch. Leider scheint es keine Urkunden zum Ausdrucken zu geben, das finde ich schade, vielleicht ist das ein weiterer Punkt für die V2.0-Agenda des Laufs im nächsten Jahr.

Resultat

Noch nie zählte ich zu den Personen, die nach einem Lauf am Veranstaltungsort verweilen aber dieses Event und das gebotene Programm überzeugten und ich hatte an diesem Abend noch einige schöne Gespräche mit Gleichgesinnten.
Nach der Siegerehrung gab es noch eine Tombola mit wahnsinnig vielen Preisen welche die Sponsoren des Events zur Verfügung stellten. Darunter auch ein 300€ Reisegutschein. Fand ich schon cool. Ich hatte Losnummer 332. Leider haben die kleinen Dämonen dafür gesorgt, dass die Losnummer 333 ( das ist immerhin die Hälfte von 666 … ihr versteht … ) und einige ähnliche Nummern gezogen wurden aber meine wurde sicherlich im Vorfeld bereits im Höllenfeuer verbrannt.

Als Fazit würde ich sagen, es war ein schöner Lauf mit toller Landschaft, tollen Leuten und einer bis auf die Versorgung hervorragenden Organisation welcher im kommenden Jahr in der zweiten Version des GIO RUN wiederholt werden sollte.
Nächste Läufe / Termine:

  • 30.06.2019 – Halbmarathon beim Trierer Stadtlauf
  • 01.07.2019 – Offizielle Ankündigung des Laufziels 2020! Seid gespannt!
  • 05.07.2019 – Evtl. Stadtlauf Saarburg aber das ist wegen der suboptimalen Zeit noch offen.

Samstagstraining mit Fabi und Erik

Zwischendurch versuche ich meine Kollegen zum Laufen zu bringen. Bei Fabian hatte ich wohl Erfolg und Erik ist ein weiterer Kandidat. Beide sind meine Arbeitskollegen und werden täglich von mir genervt.

Vor knapp 2 Wochen konnte ich beide an den Mattheiser Weiher locken um mit ihnen zusammen ein Lauftraining zu absolvieren.

Nett wie ich nun einmal bin habe ich gleich mit Ihnen das Lauf-ABC gemacht.

35. Mitternachtslauf in Kröv 2019

Vor einem Jahr bin ich aus Spaß beim Mitternachtslauf in Kröv angetreten. Damals auch etwas schockiert, dass ich in meinem jungen Alter bereits im Junggebliebenen-Lauf mitlaufen musste. Aber der Lauf war prima. Die Atmosphäre stimmte und ich lief zum ersten Mal mit Hanne gemeinsam ein Rennen. Letztes Jahr war es noch eine knappe Sache, in diesem Jahr sah das schon anders aus. Hanne ist in einer tollen Trainingsform da sie nahezu täglich die Laufschuhe schnüren kann und auch nur knapp über 20kg wiegt ( geschätzt ). Es war mir also unmöglich mich mit ihr zu battlen. Das machte aber auch gar nichts, denn in 3 Wochen steht schon der Trierer Stadtlauf an und da das ja wieder mein erklärtes Jahresziel ist wollte ich kein Risiko eingehen und einfach nur den Lauf genießen.

5120 – Marco Reuter

Wir waren beide etwas verwirrt angereist, Hanne hatte ihre Kopfhörer vergessen und ich die Weinflaschengutscheine im Auto. Also haben wir uns warm gemacht während wir mehrfach zurück ans Auto laufen mussten. Das war so geplant *hust*

Es waren einige Schweicher am Start aber irgendwie schafften wir es nicht ein Gruppenfoto zu machen. Das ist in letzter Zeit sowieso etwas schwieriger geworden wenn keine Person der Vereinsleitung dabei ist.

Fast pünktlich könnten wir starten. Ein Blick ging immer wieder in den Himmel da dieser auf dem Hinweg alle Wettervariationen offenbarte. Wir hatten aber Glück und es blieb trocken. Nicht zu warm und nicht zu kalt. Perfekter Läuferwetter. Bereits in der ersten Runde merkte ich, dass die Atmung nicht so funktionierte wie ich gerne wollte. Der Juni ist jedes Jahr ein kritisches Jahr da der Pollenflug meine Atmung nahezu lahmlegen kann. Ich habe zwar ein Spray dagegen aber da muss ich den ganzen Tag „vorpumpen“. In Luxembourg hatte es gut funktioniert, gestern hatte ich es etwas vernachlässigt. Aber kein Problem ich wollte keine PB laufen. Ich habe dann nochmal ein bisschen Leistung rausgenommen und mich dazu entschlossen den Lauf und die Anfeuerungen der Leute zu genießen. Das Publikum war wieder großartig und heizte die Meute gekonnt an. Kinder liefen den Läufern entgegen und reichten ihnen Becher mit erfrischendem Wasser.

Einige Läufer nahmen das Rennen meiner Meinung nach ein wenig zu ernst, so dachte einer der Topläufer er müsste mich anrempeln und extrem knapp an mir vorbei laufen. Er hatte so einen Vorsprung dass es auch für ihn kein Problem gewesen wäre einen Bogen um mich zu machen. ich bin schon am Rand gelaufen um niemanden zu behindern. Junge du hättest dadurch keine Zeit verloren. Aber wie sage ich immer so schön: Man sieht sich immer zweimal im Leben…

Herzfrequenz im guten Bereich
9.400m durch Kröv
Knapp 1 Stunde…für mich in Ordnung
Die Trophäe mal anders. Sicher lecker aber der bleibt zu.
Das nächste Rennen ist dann der giorun19 in Luxembourg